Einführung
Meine Masterarbeit entstand in Kooperation mit der Euroglas AG am Standort Osterweddingen, einem der modernsten Werke für Flachglasproduktion in Europa. Bei der täglichen Produktion von ca. 819 Tonnen Flachglas entsteht eine erhebliche Menge an ungenutzter Abwärme, insbesondere im Bereich des Glaskühlprozesses. Ziel des Projekts war es, diese bislang verlorene Energiequelle systematisch zu erfassen und nutzbar zu machen.
Projektziel
Das Hauptziel bestand in der Entwicklung eines effizienten Systems zur Rückgewinnung industrieller Abwärme entlang der Kühlstrecke in der Glasproduktion. Durch gezielte Integration neuer Technologien sollten die Energieeffizienz gesteigert, die Betriebskosten gesenkt und der CO₂-Fußabdruck der Produktionsanlage reduziert werden.
Eigene Vorgehensweise
Da es sich um ein praxisorientiertes Projekt handelte, wurde ein strukturierter Analyse- und Bewertungsprozess durchgeführt, bestehend aus:
Untersuchung ausgewählter Varianten hinsichtlich Energieeinsparpotenzial und wirtschaftlicher Tragfähigkeit
Identifikation der relevanten Wärmequellen wie Abstehwanne, RKO (Kühlzonen) und Kühlwasser
Temperaturmessungen & Quantifizierung der Abwärme mit einer Genauigkeit von <20 %
Gegenüberstellung von Angebot und Bedarf für Strom, Wärme und Kälte
Erstellung einer Entscheidungsmatrix zur Bewertung unterschiedlicher Technologien
Auswahl geeigneter Systeme für drei zentrale Abwärmequellen
Budgetanfragen & Wirtschaftlichkeitsanalysen inkl. Amortisationsrechnung
Meine Rolle im Projekt
Ich war verantwortlich für die technische Analyse der Wärmeströme, die Erstellung der Entscheidungsmatrix sowie die technologisch-ökonomische Bewertung der möglichen Rückgewinnungskonzepte.
Neben intensiver Literaturrecherche habe ich reale Prozessdaten aus der Produktion analysiert, Geräteoptionen (z. B. ORC, Wärmetauscher, Absorptionskältemaschine) bewertet und schließlich die effizientesten Lösungen gemeinsam mit dem Unternehmen ausgewählt.
Fazit
Diese Masterarbeit ermöglichte mir eine tiefgehende Auseinandersetzung mit den Themenfeldern Abwärmenutzung, Energieeffizienz und Industrieprozesse. Besonders der Mix aus realen Daten, technologischer Bewertung und wirtschaftlicher Analyse hat mir praxisnahe Fähigkeiten vermittelt, die ich künftig in interdisziplinären Energieprojekten gezielt einsetzen kann.
